Seit 25 Jahren gegen Diskriminierung!

Der BDB e.V. ist eine Selbstorganisation von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, die sich im Bereich Menschenrechte, Antidiskriminierung, Antirassismus, Flucht und Gender engagieren. Der BDB e.V. hat sich seit 1996 zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur Überwindung von Ausgrenzung und Diskriminierung in der Gesellschaft zu leisten. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Arbeit gegen Rassismus/ethnische Diskriminierung (Benachteiligung wegen Herkunft, Kultur, „Hautfarbe“ und Nationalität).

Wir sehen unsere Arbeit für einen gerechtes und respektvolles Miteinander als einen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben und zur Entwicklung einer lebendigen und bereicherten Gesellschaft und einer stabilen Demokratie.

Wir arbeiten in Reaktion auf konkrete Diskriminierungsfälle, aber ebenso schwerpunktmäßig präventiv, um Rassismus und andere Formen von Diskriminierung zu verhindern, z.B. durch Workshops und Fortbildungen sowie Forderungen nach mehr Gerechtigkeit bei der Gesetzgebung und in institutionellen Strukturen. Unser Anspruch ist es, die unterschiedlichen Arbeitsbereiche von Antidiskriminierungsarbeit (Beratung, Trainings und politische Netzwerk-/Lobbyarbeit) miteinander abzustimmen, damit Lerneffekte und Synergien entstehen. Wir richten unseren Blick nicht nur auf die individuelle, sondern ebenso auf die politische und institutionelle Ebene der Diskriminierung.

Werte des Vereins

  • Die Menschen sollen abgeholt werden, wo sie sind.

  • Eine antirassistische Auseinandersetzung soll zu mehr Würde für alle – nicht zu Unterwerfung und Ohnmacht der Beteiligten – führen.

  • Eine antirassistische Auseinandersetzung braucht die Möglichkeit, unzensiert – aber respektvoll – über die Themen zu reden, welche die Teilnehmenden bewegen.

  • Die Auseinandersetzung mit Differenz und Rassismus in der Gesellschaft fängt bei sich selbst an: in der Auseinandersetzung mit der eigenen Position in der eigenen Gesellschaft, mit den eigenen sozialisierten Selbst- und Fremdbildern und den eigenen Werten und Interessen.

  • Das Ziel der Beratung ist die Begleitung und das Empowerment der Betroffenen, indem sie informiert, ermutigt und unterstützt werden und ihnen die Mittel an die Hand gegeben werden, um selbst gegen Diskriminierung vorzugehen.

  • Wir wollen Betroffene unterstützen, stärker (demokratische) Teilhabe in der Gesellschaft für sich zu fordern.

  • Wir möchten Bewusstsein und Sensibilisierung für die Themen Diskriminierung und Rassismus in der Gesellschaft fördern und an verschiedenen Stellen für ein gleichberechtigtes Miteinander eintreten.

Grundsteinlegung

1996 wurde der Verein  „Büro gegen ethnische Diskriminierung in Berlin und Brandenburg“ genannt. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten die Organisationen Europa-Afrika-Kulturzentrum, Polnischer Sozialrat, Südost-Europa-Kultur e.V., Tüfoyat und Tübiks e.V. und der VIA-Regionalverband Berlin-Brandenburg. Mit der Erweiterung seines Aktionsradius von der kommunalen auf die nationale Ebene gründete sich im Jahre 2000 der “Bund gegen ethnische Diskriminierung in der Bundesrepublik Deutschland“ e.V. (BDB), dessen Mitgliedsvereine überwiegend aus Interessenorganisationen von Migrant:innen und Geflüchteten bestanden.

Aufgrund inhaltlicher und struktureller Entwicklungen des BDB und entsprechend der Realität des internen Vereinslebens wurde der Name von „Bund gegen ethnische Diskriminierung e.V. (BDB)“ im Jahr 2007 in Bund für Antidiskriminierungs- und Bildungsarbeit e.V. (BDB) geändert. So liegt unser Vereinszweck seit 2007 bei der Verwirklichung der Chancengleichstellung sowie die strukturellen Veränderungen entsprechend des horizontalen Ansatzes des Artikel 13 Amsterdamer Vertrag und AGG, einerseits durch die pädagogische Bildungsarbeit und Fachberatung (Workshops, Fortbildungen, Multiplikator:innenschulungen sowie Praxisberatung und Prozessbegleitung) und andererseits durch konkrete Unterstützung und Empowerment von Einzelmenschen und Gruppen, die Diskriminierung erfahren. Der BDB war Vorreiter in all diesen Bereichen der Antidiskriminierungsarbeit.

Beratung in Fällen von Diskriminierung

Der Verein gründete 1996 eines der ersten Büros für die Antidiskriminierungsberatung bundesweit. 2007 schrieb der BDB mit anderen Antidiskriminierungsbüros in Deutschland “Diskriminierung erkennen und handeln!”, ein Handbuch für Antidiskriminierungsberatung auf der Basis des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes (AGG). Bis heute bieten wir Beratung für alle Menschen an, die von Diskriminierung betroffen sind. Unser Schwerpunkt liegt auf Rassismus bzw. rassistischer Diskriminierung. Da wir aber beobachten, dass die meisten Personen von unterschiedlichen Diskriminierungsmerkmalen gleichzeitig betroffen sind, sind wir für alle Menschen da, die Diskriminierung erleben.

Sensibilisierungsarbeit mit Behörden

Der BDB war einer der Pioniere in der Entwicklung von Sensibilisierungsarbeit mit Sicherheitsbehörden und Verwaltungen in ganz Deutschland, sowohl auf individueller Ebene mit Trainings als auch auf struktureller Ebene durch Diskussionen und den Austausch mit diesen Behörden. Die intensivste Zusammenarbeit fand mit der Berliner Polizei statt, mit der wir fast 20 Jahre lang (bis Ende 2015) im Austausch über ihre Organisationsstrukturen standen und mit deren Mitarbeiter:innen wir Sensibilisierungstrainings durchführten.

Netzwerk-/Lobbyarbeit

Im Bereich Netzwerk- und Lobbyarbeit war der BDB im Laufe seiner Geschichte nicht nur auf lokaler, sondern auch auf regionaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene aktiv. 2001 ist der BDB dem Netzwerk gegen Rassismus, Forum gegen Rassismus und auch dem Europäischen Netzwerk gegen Rassismus beigetreten. Im gleichen Jahr nahm der BDB an der von den Vereinigten Nationen veranstalteten “World Conference against Racism” in Durban, Südafrika teil. Infolgedessen war der BDB auch an dem Austausch zwischen der Zivilgesellschaft und der Bundesregierung zur Weiterentwicklung des deutschen Nationalen Aktionsplans gegen Rassismus beteiligt, der den Grundstein für das heutige deutsche Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz legte. 2007 gründete der BDB den Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd) mit und ist als aktives Mitglied im Vorstand. Auf der lokalen Ebene sind wir auch Teil von MoveGlobal e. V. und Demokratie in der Mitte in Berlin-Wedding sowie Mitglied verschiedener Gremien zu einem breiten Spektrum von Themen rund um Diskriminierung.

Empowermentarbeit

Nach 2016 verschob sich der Hauptfokus des BDB ein weiteres Mal von der Sensibilisierungs- zurück auf die Empowermentarbeit. Über die letzten Jahrzehnte haben wir gemerkt, dass gerade Menschen afrikanischer und asiatischer Herkunft sehr selten eine Beratung aufsuchen, wenn sie Diskriminierung erfahren. Wir haben mit dem Projekt „Diaspora Mittendrin“ ein aufsuchendes Beratungs- und Bildungsprojekt entwickelt, bei dem wir mit Menschen afrikanischer Herkunft und anderen Schwarzen Communities zum Thema Diskriminierung ins Gespräch kommen und sie mit Informationen zu ihren Rechten stärken. Die Idee wurde mit dem Banyan Projekt noch einmal für Menschen aus Indien, Pakistan, Nepal und Bangladesch aufgenommen. Im letzteren Fall haben wir aufgrund der schlechten Datenlage zu Diskriminierungserfahrungen für diese Gruppe zunächst eine Umfrage durchgeführt (Ergebnisse können auf der Projektseite gesichtet werden). Leider haben wir aber bisher für das Banyan Projekt noch keine Förderungsmöglichkeit gefunden.

Die Trainer:innen, Fachberater:innen und Supervisor:innen sind u.a. in den Bereichen Antidiskriminierung, Antirassismus, Demokratieerziehung, Interkulturelle Kommunikation und Menschenrechtsbildung professionell ausgebildet, insbesonde in den Ansätzen von Bezavta, Social Justice, Anti-Bias, Eine Welt der Vielfalt, Vorurteilsbewußte Erziehung und Bildung, Kunst- und Theaterpädagogik, Critical Whiteness, gewaltfreie Kommunikation sowie globales Lernen.

Unsere Antidiskriminierungsberater:innen sind nach den Standards des Deutschen Antidiskriminierungsverbandes ausgebildet.

Unsere Mitglieder sind regelmäßig mit politischen Akteuren und Verwaltungsinstitutionen sowie anderen Nichtregierungsorganisationen und Migrant:innenorganisationen im Austausch.