Beratung

SUCHEN SIE RAT UND HILFE?
WIE ARBEITET BDB BEI DER BERATUNG?
BEISPIELE BERATUNGSFÄLLE


 

Suchen Sie Rat und Hilfe?

Wurden Sie aufgrund von Ihrer “Hautfarbe”, Nationalität, Kultur oder Religion schlechter als Andere behandelt? Wir hören an, was Sie erfahren haben und suchen mit Ihnen eine Lösung, um damit umzugehen.

Suchen Sie Information und Unterstützung, um etwas gegen Ungleichbehandlung bzw. Rassismus zu unternehmen?

Wir suchen mit Ihnen nach einer Lösung!

Sie können uns gerne kontaktieren!

Tel: 030 / 216 88 84

E-Mail: bdb(at)bdb-germany.de

Sprechzeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag, immer 11-15 Uhr

Beratung: Termin nach Vereinbarung


 

WIE ARBEITET BDB BEI DER BERATUNG?

Der BDB unterstützt Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind. Wie hören Sie und Ihre Erfahrungen an und unterstützen Sie dabei, Strategien zu entwickeln, wie Sie damit umgehen und sich dabei stärken können.

Es gibt eine Reihe von Interventionsmöglichkeiten, die je nach Fall entwickelt werden können, um der betroffenen Person zu stärken. Zum Beispiel, wir schreiben an Institutionen, schlichten im Konfliktfall und bieten Möglichkeiten an, diesen Fall an die Öffentlichkeit zu bringen. Wenn es einfach den Wünsch gibt, darüber zu reden, sind wir auch da.

Letztendlich bleibt die Entscheidung, welchen Weg Sie nehmen, bei Ihnen.

Wir möchten darauf hinweisen, dass der BDB keine Rechtsberatung anbietet. Allerdings vermitteln wir auch den Kontakt an Anwälte oder an spezialisierte Fachberatungsstellen, wenn dies sinnvoll erscheint und erwünscht ist.

Die Beratung beim BDB ist kostenlos. Es werden aber keine Kosten (z.B. Anfahrt) übernommen, weil der BDB ein gemeinnütziger Verein ist.


 

Beispiele Beratungsfälle

Fallbeispiel 1: Zugang zu Freizeitangeboten

Drei Freunde, die sich aus der Ausbildung kennen, verabreden sich zum Tanzen. Herr G. ist 19 Jahre, sein Freund Herr B. ist 21 Jahre alt, Herr A. ist 17 Jahre.

In der Warteschlange vor dem Club vertreiben sich die drei die Zeit im lockeren Gespräch, Herr G. und Herr B. dabei mit russischem Akzent. Am Einlass werden ihre Ausweise verlangt, beide Männer besitzen als Aussiedler einen Personalausweis mit einem russisch klingenden Geburtsort. Der Einlasser verweigert ihnen den Zutritt, auf Nachfrage äußert er, dass er mit Rücksicht auf die weiblichen Gäste, die sonst so oft belästigt werden, gehalten sei, „solche wie sie“ nicht einzulassen. Herrn A. ist er bereit durchzuwinken. Die Freunde beraten sich kurz und entscheiden, den Abend abzubrechen und nach Hause zu gehen.

Handlungsoptionen

Beratung Anerkennung der verletzten Gefühle
Klärung und Erarbeitung von Handlungsoptionen
Persönliche Konfliktberatung Täter-Opfer-Ausgleich (setzt voraus, dass es Täter gibt und dass sie bekannt sind)
Gespräch mit den Betreibern des Tanzclubs
Öffentlichkeit Artikel schreiben oder Presse informieren
Aufruf zum Boykott
Gericht zivilrechtliche Klage nach dem AGG
andere Gespräche mit dem Ordnungsamt über die Voraussetzungen für die Konzession des Betreibers

 

Fallbeispiel 2: Praktizieren von Religion

Die 17.-jährige K. geht in die 11. Klasse eines Gymnasiums. Bevor sie ihr Pausenbrot isst, betet sie kurz und dankt Gott für ihr Essen. Wiederholte Male wird sie von Mitschülern auf dem Pausenhof mit den Worten „Mutter Theresa“ und „Jungfrau Maria“ bezeichnet. Ein anderes Mal wird sie zu einem Geburtstag einer Klassenkameradin nicht eingeladen mit der Begründung: „Wir brauchen keine frommen Kirchgänger!“. K. fühlt sich verletzt und angegriffen.
K. versucht mit ihrer Klassenlehrerin darüber zu sprechen, doch diese meint, die Ausgrenzung passiere nicht wegen des Praktizierens der Religion und schiebt sie auf die „Pubertät“.  K. fühlt sich unverstanden. Zu Hause berichtet sie ihren Eltern von diesen Ausgrenzungen, doch diese wagen nicht etwas zu unternehmen aus Angst, ihr Kind könnte in der Schule noch mehr Probleme bekommen, wenn man der Sache auf den Grund gehen würde.

Handlungsoptionen

Beratung Anerkennung der verletzten Gefühle
Klärung und Erarbeitung von Handlungsoptionen
Persönliche Konfliktberatung Täter-Opfer-Ausgleich (setzt voraus, dass es Täter gibt und dass sie bekannt sind)
Gespräch mit den Eltern und der Klassenlehrerin, evtl. dem Direktor / der Direktorin der Schule
Öffentlichkeit Elternabend über dieses Thema organisieren
Gericht
andere

 

Fallbeispiel 3: Rassistische Beleidigung im Straßenverkehr

Herr N., ein Mann vietnamesischer Herkunft, ist in einen Autounfall verwickelt, den er nicht verschuldet hat. Ein anderes Auto ist ihm von hinten aufgefahren. Der Unfallverursacher steigt aus seinem Auto und macht Herrn N. Vorwürfe über seine Fahrweise. Herr N. verteidigt sich und betont, dass ihn selbst keine Schuld treffe, weil er den Regeln des Straßenverkehrs ordnungsgemäß gefolgt sei. Daraufhin fängt der Unfallverursacher an, Herrn N. in einem wütenden Ton mit den Worten: „wo hast du Affe fahren gelernt?“ zu beschimpfen und lässt sich auf  kein sachliches Gespräch mit Herrn N. ein. Des Weiteren wird Herr N. mehrmals mit dem rassistischen Wort „Fidschi“ beschimpft. Herr N. fühlt sich gekränkt und verletzt.

Handlungsoptionen

Beratung Klärung und Erarbeitung von Handlungsoptionen
Persönliche Konfliktbearbeitung Täter-Opfer-Ausgleich (setzt voraus, dass es Täter gibt und dass sie bekannt sind)
Öffentlichkeit Flugblatt oder Artikel schreiben
Gericht Strafanzeige wegen Beleidigung stellen
prüfen, ob konkrete Verantwortliche zu finden sind
prüfen, ob andere gesetzliche Grundlagen zur Anwendung kommen prüfen, ob es sich um eine direkte Diskriminierung im Sinne von Benachteiligung laut AGG handeln könnte
 andere  —