Worum geht es eigentlich?

Die folgende Definitionen sind nicht ausschöpfend, sondern das Ergebnis von BDBs langjährigen und immer weiter entwickelnden Auseinandersetzung mit den Themen Diskriminierung und Rassismus sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. 

WAS IST DISKRIMINIERUNG?
WAS IST RASSISMUS?
RASSISMUS: EIN TABU-WORT?
RACIAL PROFILING ODER RASSISTISCHE KONTROLLEN
LITERATURLISTE

WAS IST DISKRIMINIERUNG?

Diskriminierung ist die benachteiligende und ausgrenzende Behandlung von Gruppen und Individuen aufgrund von deren Zugehörigkeit einer Gruppe – oder aufgrund der Annahme, dass sie zu dieser Gruppe gehören. Diese Benachteiligung oder ausgrenzende Behandlung kann dazu führen, z.B. dass Menschen den Zugang zu bestimmten Orten, wie Diskos oder Fitnessstudios, oder Jobpositionen nicht erhalten. Diskriminierung kann die Form von persönlichen Beleidigungen, oder auch der Boykottierung von Gütern bestimmter Gruppen annehmen. Sie kann in der Form ausgrenzender, stereotypisierender Bilder entstehen, die in den Medien oder im Rahmen der Bildung dargestellt werden. Diskriminierung findet auch dann statt, wenn die Interessen einer bestimmten Gruppe kein Ohr in der Politik bekommen bzw. wenn Menschen aus der eigenen Gruppe in der Politik nicht vertreten sind.

Es gibt unterschiedliche Erscheinungsformen von Diskriminierung:

  • strukturelle staatliche Diskriminierung durch Gesetzte und Verordnungen
  • institutionelle staatliche Diskriminierung im Alltag z.B. bei Behördengängen
  • nichtstaatliche institutionelle Diskriminierung auf dem Wohn- und Arbeitsmarkt, beim Zugang von Diensten und Gütern
  • Alltagsrassismus in der Interaktion mit Individuen sowie informell und formell organisierten Gruppen in der Zivilgesellschaft
  • Kulturelle Diskriminierung, z.B. in den Medien, Büchern
  • rassistische Übergriffe und Überfälle

WIE WIRD DISKRIMINIERUNG NACH DEM ALLGEMEINEN GLEICHBEHANDLUNGSGESETZ DEFINIERT?

Im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Deutschland gibt es eine bestimmte Definition von Diskriminierung, die nicht ausschöpfend ist, aber die für bestimmte Gruppen Schutz vor Benachteiligung bieten soll. Es handelt sich im AGG vor allem um Schutz im privatwirtschaftlichen Bereich. Diskriminierung in Interaktion mit staatlichen Institutionen kann nur dann Mithilfe des AGGs bestraft werden, wenn es um Diskriminierung beim Verhältnis Arbeitnehmende-Arbeitgebende handelt. Es wird angenommen, dass andere Gesetze wie das Sozialgesetzbuch, Polizeigesetze, Landesgesetze, Schulgesetze und Hochschulgesetze die Bürger_innen vor der staatlicher Diskriminierung schon ausreichend schützt.

Nach dem AGG wird Diskriminierung so definiert:

Diskriminierung ist die Benachteiligung von Menschen aufgrund gruppenspezifischer Merkmale wie Hautfarbe und ethnische Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexuelle Identität. Diskriminiert wird durch Äußerungen, Handlungen, Regelungen und institutionelle Strukturen. 
Benachteiligung entsteht durch Ungleichbehandlung und durch Gleichbehandlung ohne die Berücksichtigung unterschiedlicher Voraussetzungen für gleichberechtigte Effekte von Regelungen oder Handlungen (z.B. Frauen werden eher davon betroffen, wenn eine Firma nur die Teilzeitarbeitende entlässt).

Link zur AGG

Link zur AGG-Wegweiser

Was ist Rassismus?

Wir definieren Rassismus als ein bestimmtes Muster der Ausgrenzung, Hierarchisierung und Ungleichbehandlung von Menschen aufgrund von äußerlichen Merkmalen, die mit Gruppenkategorien wie „Ethnie”, „Nation”, „Kultur” oder „Religion” verbunden werden. Rassismus ist ein Muster der Privilegien, Verhaltensweisen, Gesetze, Organisationsstrukturen, kulturelle Bilder und Anschauungen, die diese Hierarchisierung und Ausgrenzung unterstützen. Diese Hierarchisierungen und die dadurch etablierten Privilegien, die sich reproduzieren, sind historisch durch die europäische Kolonialgeschichte geprägt.

Bei Rassismus wird aufgrund von diesen Merkmalen angenommen, dass bestimmte Persönlichkeitsmerkmale (z.B. Kriminalität, Temperament oder Bildungsuninteresse) und Fähigkeiten (z.B. Musik und Sport, aber nicht Management oder Physik) zu bestimmten Gruppen gehören. Fast als wären diese Menschen eine homogene Gruppe und diese Merkmale „angeboren” oder unveränderbar. Es wird auch angenommen, dass die Grenzen, wer zu einer Gruppe gehört oder nicht, ganz klar und offensichtlich sind. Bemerkenswert ist, dass ein Großteil der Menschen die Vielfalt der eigenen (selbst zugeschriebenen) Gruppe durchaus sehen und erkennen können, vor allem wenn sie sich auf großen Kategorien wie Nation (Stadt/Land, Berlin, Bayern, usw.) und Religion (Evangelen, Katholiken in Bayern vs. Katholiken in Spanien) beziehen. In Kontrast werden die “Anderen” in homogenen Gruppen verstanden. Man sagt, „alle” oder „fast alle sind so”, und die Ausnahmen bestätigten die Regel. Auch dies ist Teil vom rassistischen Denken.

Auch wenn es heutzutage weniger gesellschaftlich akzeptiert ist, die alte Form von Rassismus (aus der NS-Zeit) zu proklamieren, gibt es weiterhin Rassismus. Gesetze, organisationelle Strukturen und Verhaltenserwartungen, die wir an einander haben, sind weiterhin von Bildern geprägt, die aus diesen vorherigen Zeiten an uns weitergegeben wurden. Diese werden häufig weiterhin als selbstverständlich wahrgenommen und sind deshalb schwer sichtbar und schwer veränderbar. Es schwirren weiterhin viele Vorurteile aus der Kolonialzeit in den Medien, in unseren Bildungsinhalten und in unserer Gesetzgebung.

Dabei wird weniger als zuvor die Hautfarbe und andere physische Merkmale in den Vordergrund gestellt. Stattdessen werden physische Merkmale, Namen, Aussprache oder Bekleidung als unbenannte Impulse genommen, um Menschen bestimmten „Kultur-Kategorien“ zuzuordnen. Ähnlich dem alten Rassismusverständnis werden diese kulturellen Eigenschaften (einschließlich Religion) genauso mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen und Fähigkeiten zusammen gedacht. Diese werden auch als unveränderbare, quasi-biologische Merkmale behandelt, die eine Gruppe von einer anderen Gruppen unterscheiden soll. Diese rassistisch geprägte Betrachtung von Kultur nennt man „Kulturalisierung“.

Rassistische Diskriminierung definieren wir als die Ungleichbehandlung oder Ausgrenzung von Menschen aufgrund oder anhand von rassistischen Kategorien. (Siehe dazu den Teil zu Diskriminierung oben.) Diese Ausgrenzung kann sich für Unbetroffenen als scheinbar harmloses Verhalten darstellen, wie zum Beispiel Kategorisierungen von „wir“ und „sie“, stereotypisierte Witze oder „gut gemeinte“ Gruppenbeschreibungen, wie „exotisch“ oder „temperamentvoll“. Allerdings sprechen diese Kategorisierungen den Betroffenen eine individuelle Persönlichkeit oder Kompetenzen ab/zu und grenzen sie aus der „deutschen Gemeinschaft“ aus. Gerade in ihrer Häufung ist dies eine sehr schmerzhafte Erfahrung für Betroffenen. Diese Erfahrungen legen den Boden für immer höhere Eskalationen der Diskriminierung. Beginnend vom eingeschränkten Zugang zu Bildung, Arbeitsmarkt, Wohnraum und zu erhöhten Verdächtigungen – bis hin zu gewalttätigen Angriffen, Morden und Völkermorden. 

Es kann passieren, dass man zur Verstärkung von rassistischen Strukturen beiträgt ohne dies gewollt zu haben. Zum Beispiel, wenn jemanden einen Witz über eine bestimmte Gruppe macht, oder sich ein Fasching-Kostüm anzieht, welches eine Gruppe auf eine stereotypische und lächerliche Art und Weise darstellt. Hierdurch werden Bilder in der Gesellschaft gestärkt, die diese Menschen als lächerlich bzw. weniger wert zeigen. Das mag so „nur als Spaß“ gemeint sein, aber solche tief in der Gesellschaft verankerten Bilder haben einen Einfluss darauf, wie bestimmte Gruppen in bestimmten Settings ernst genommen werden. Zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt oder bei der Wohnungssuche. Deshalb ist es schwer für Betroffene, dies nur als Spaß zu verstehen und nicht als eine Beleidigung, die diese Gruppe „an ihren Platz weist”.

RASSISMUS: TABU-WORT?

Rassismus wird häufig in Deutschland wegen der NS-Zeit mit dem alten biologischen Rassismus zusammen gedacht. Dieser hat körperliche Unterschiede in Gruppenkategorien eingeordnet und diesen Charakterzüge und Fähigkeiten zugeschrieben. Diese Gruppen wurden dann als besser oder schlechter hierarchisiert. Rassismus wuchs im kolonialen Geschehen aus dem Versuch Herrschaftsansprüche spezifischer Gruppen mit einhergehenden Privilegien in den wachsenden Nationalstaaten zu rechtfertigen.

Nach dem zweiten Weltkrieg und vor allem im Züge der Bürgerrechtsbewegungen in den Jahrzehnten danach wurde dieser Art von Rassismus nicht mehr als legitim gesehen (ZITAT). Auch die wissenschaftliche Forschung hat immer wieder bestätigt, dass es keine (physisch definierten) Rassen an sich wirklich gibt, weil es unmöglich ist, Grenzen zu definieren, bei denen es mehr interne Ähnlichkeiten zwischen den Mitglieder_innen einer Gruppe gibt als zwischen ihnen und andere Gruppen.

Heute wird das Wort Rassismus in Deutschland immer noch vordergründig mit der NS-Zeit bzw. mit rechtsradikalen Gewalttätern am Rand der Gesellschaft zusammen gedacht. Allerdings ist der Alltagsrassismus, der von „ganz normalen Menschen“ scheinbar harmlos aber viel häufiger ausgeht, für die meisten Betroffenen die viel prägendere und entwürdigendere Erfahrung in ihrem Leben. Gleichzeitig erziehen Strukturen und Handlungen des Alltagsrassismus die Gesellschaft dazu, bestimmte Gruppen als “anders” und nicht norm-konform, sogar als “nicht normal”, “nicht ganz geheuer” oder nicht vertrauenswürdig zu sehen. Deshalb werden diese Menschen häufig als Erstes gesucht, wenn es darum geht, Sündenböcke für die eigenen Probleme zu suchen. So bietet die Toleranz des Alltagsrassismus eine Rechtfertigung für extremere Fälle von Einschüchterung und Gewalt. Deshalb ist es wichtig, nicht nur den Blick auf die extremen Fällen von Rechtsradikalismus zu richten, sondern auch Alltagsrassismus als eigenen Bereich (im Sinne von Prävention) gezielt zu bekämpfen. 

RACIAL PROFILING ODER RASSISTISCHE KONTROLLEN

Racial Profiling ist die erhöhte Kontrolle von Menschen mit anderer „Hautfarbe“ oder äußerlicher Erscheinung durch die Polizei oder andere staatliche Institutionen. Das findet häufig bei sogenannten „verdachtsunabhängigen Kontrollen“ in Bahnhöfen, in Grenzgebiete (30 km zur Grenzen) und an Orten, wo generell viele kriminelle Straftaten stattfinden („kriminalbelastete Orte“, kbOs**). Dass diese Menschen sehr viel häufiger kontrolliert werden, heißt dass diese Kontrollen nicht „ohne Verdacht“ stattfinden, sondern dass Menschen verdächtigt wird, weil es angenommen wird sie sind anders als die Weiße Mehrheitsdeutsche. Das ist eine ungleiche und unfaire Behandlung, also eine Diskriminierung.

Für Asylsuchende oder Menschen ohne Papiere kann es zusätzliche Probleme geben. Dazu bieten folgende Stellen Beratung und Unterstützung: KUB (kontakt@kub-berlin.org, Tel: 030/6149400), AntidiskriminierungsBüro Berlin (adb_berlin@gmx.de, Tel: 030/2042511)

SIE WERDEN VON EINER POLIZIST KONTROLLIERT? GRUNDSÄTZLICHES ZU WISSEN*:

Die Polizei macht grundsätzlich eine angefangene Kontrolle zu Ende. Der Versuch, diese mit Argumenten zu unterbrechen, scheitert u.a. aus diesem Grund. 

Die Polizei darf Ihre Identität feststellen:

Das heißt, die Polizei darf Ihren Ausweis verlangen und nach Ihren Namen, Geburtstag/-ort, Wohnanschrift und Staatsangehörigkeit fragen. Mehr als das muss man nicht beantworten. Wenn Sie der Ausweis der Polizei nicht zeigen, dann darf diese Sie selbst oder Ihre Sachen (zu diesem Zweck) durchsuchen oder Sie zur Polizeistelle bringen. Die Polizei darf Ihre Daten abgleichen in ihrem Computer.

Polizei dürfen immer noch an folgenden Orten Personen ohne konkreten Verdacht kontrollieren:

  • „Kriminalitätsbelastete Orte“ (KbOs**) in Berlin: Die Berliner Polizei führt eine Liste von KbOs, also Orte bei denen sie besonders viele schwere Straftaten feststellen. An diesen Orten darf die Polizei nicht nur Ihre Identität feststellen, sondern auch Sie und Ihre Sachen durchsuchen.
  • Zug, Bahnhof, Flughafen oder in Grenzgebieten (bis zu 30 Km): Um illegale Einreise zu verhindern Die Bundespolizei darf immer noch Personenkontrollen ohne Verdacht durchführen. Allerdings darf sie das nicht aufgrund von Auswahlkriterien wie Hautfarbe, vermuteter Herkunft oder Religion. Falls Sie die einzige Person sind, die kontrolliert wird, bzw. „anders aussehende Menschen“, dann bitte ruhig nach einem Protokoll. Dies kann vor Gericht hilfreich sein.
  • im Auto: Polizei und Zollbeamte dürfen „Standkontrollen“ und spontane Kontrollen machen. Sie dürfen Ihre Identität feststellen und nach Ihrem Fahrschein und Fahrzugschein bitten. Wenn Sie ihnen dies nicht zeigen, müssen Sie ein Verwarnungsgeld zahlen. Die Polizei darf dann prüfen, ob alles mit dem Auto in Ordnung ist, d.h. richtig ausgerüstet und sicher. Allerdings darf sie nicht ohne Ihr Erlaubnis in den Handschuhfach, Gepäckstücke oder Kofferraum schauen (es sei denn, z.B. Verbandskasten ist dadrin). Nur bei konkretem Verdacht darf die Polizei eine Blutprobe durch ein_e Arzt_in entnehmen lassen, z.B. in der Polizeirevier oder Krankenhaus. Alle andere Tests, z.B. Urinprobe oder Gleichgewichtstests, sind freiwillig. Die Polizei darf Sie nicht dazu erzwingen.

Sonst muss die Polizei immer einen konkreten Verdacht haben, wieso Sie kontrolliert werden, d.h.

1) … Sie als verdächtig gelten, weil es Hinweise gibt, dass Sie eine Straftat begangen haben – oder wenn Sie schon ein Aufenthaltsverbot für diesen Ort haben oder früher straffällig geworden sind.

Oder   2) … Ihre Durchsuchung hilft, einen Verdächtigen zu erwischen oder Spuren zu finden. Zum Beispiel sah die Polizei eine andere Person Ihnen heimlich etwas zustecken.

Oder   3) … die Polizei Grund hat zu glauben, dass Sie ihn/sie angreifen könnten (z.B. weil es zu einem lauten Streit mit ihr/ihm gekommen ist). Also Ruhe zu bewahren ist wichtig.

Falls keiner dieser Fälle zutrifft, dürfen Sie eine Durchsuchung ablehnen („Nein, lassen Sie das. Ich bin nicht einverstanden.“). Wenn die Polizei dies trotzdem versucht, können Sie sagen, „Nein, machen Sie das nicht. Sonst machen Sie sich gemäß Paragraph 344 des Strafgesetzbuches der Verfolgung Unschuldiger strafbar.“

Sie dürfen:

1) um ein Kontrollschein oder Protokoll bitten.

2) nach der Personenkontrolle weitere Aussagen verweigern („Hierzu mache ich keine Angaben“).

3) den Dienstausweis eines/r Polizisten/in verlangen, um sich seine/ihre Daten aufzuschreiben.

4) mit diesen Daten ggf. Strafanzeige und Strafantrag stellen (Immer beides stellen, da manche Delikte nur auf Strafantrag hin verfolgt werden.). Die Anzeige nicht bei der Polizei, sondern bei der Staatsanwaltschaft stellen.

5) Sie dürfen mögliche Zeugen/innen ansprechen. Wenn er/sie zusagt, tauschen Sie die Kontaktdaten aus.

*Quellen: u.a. „Was darf die Polizei? Was darf sie nicht?“ (www.kop-berlin.de), Berliner Polizeigesetz und Bundespolizeigesetz (www.gesetze-im-internet.de), Deutsche Anwaltsauskunft, „Was darf die Polizei bei einer Personenkontrolle?“ und „Polizeikontrolle. Das sind Ihre Rechte“ (anwaltsauskunft.de. 3.10.17), Dank an Prof. Dr. Clemens Arzt für seine Hinweise.

** Für eine Liste dieser Orte in Berlin, Siehe https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/fakten-hintergruende/artikel.597950.php

SIE WERDEN VON EINER POLIZIST KONTROLLIERT? WAS KÖNNEN SIE TUN?
  1. Durchatmen. Ruhig und sachlich bleiben.   Es ist verständlich, wenn diese Situation Sie aufregt. Allerdings sitzt die Polizei nun mal am längeren Hebel. Aussagen wie “Rassist” oder Beschimpfungen wie “Nazi” werden von der Polizei als “Beleidigung gegenüber Beamten” angezeigt. Sie selbst können viel einfacher bei den Behörden eine Beschwerde anzeigen, wenn Sie ruhig geblieben sind.
  2. Nach Begründungen fragen. Fragen Sie, wieso Sie kontrolliert werden. Die Polizei muss Ihnen eine Begründung geben. Die Polizei darf Sie nicht ohne Begründung durchsuchen oder zur Wache nehmen. (Siehe nächste Seite.)
  3. Zeugen suchen. Besonders wenn die Kommunikation mit der Polizei schwierig wird, ist es sinnvoll Passanten anzusprechen, ob sie für diese Situation Zeuge/in sein würden. Wenn jemand zusagt, dann tauschen Sie Ihre Kontaktdaten aus. Passanten werden Sie eher unterstützen, wenn Sie selber ruhig sind.
  4. Immer einen Kontrollschein verlangen. Fragen Sie ruhig und sachlich dem/der Polizist/in nach einem Kontrollschein bzw. Durchsuchungsprotokoll. So wird er/sie auf ihre eigene Kontrollpraxis aufmerksam gemacht. So haben Sie auch einen „Beweis“ für Ihre Kontrolle. Sie können eine Kopie dieses Kontrollscheins auch an eine Organisation geben, die unter anderem Polizeikontrollen gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund dokumentiert (z.B. ReachOut, Tel: 030/69568339). Falls der/die Polizist/in Ihnen keinen Kontrollschein gibt, fragen Sie nach ihrem Dienstausweis, um seinem/ihren Namen, Diensthöhe und Dienstnummer zu notieren.

WEITERFÜHRENDE LITERATUR

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